KVB-Geschichte von 2005 bis heute

2005
Mit dem HandyTicket beschreitet die KVB einen neuen Vertriebsweg, der sich vor allem an Gelegenheitskunden wendet: Per SMS kann über das eigene Handy ein Ticket bestellt werden. 70.000 bestellte Tickets zeigen die Attraktivität dieses innovativen Angebots bereits nach wenigen Wochen.

Das erste Fahrzeug der neuen Niederflurstadtbahnen-Serie K 4500 wird im April auf dem Neumarkt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Weltjugendtag im August stellt eine der größten betrieblichen Herausforderungen in der Geschichte der KVB dar. In dieser Woche werden zusätzlich zur üblichen Verkehrsleistung rund vier Millionen Menschen befördert, die im Rahmen des Weltjugendtages unterwegs sind.

2006
Im April erscheint zum ersten Mal die Kundenzeitung „KölnTakt", die - nach zweijähriger Pause - die „KVB direkt" ablöst. Sie erscheint viermal im Jahr als Beilage der Tageszeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau und Express.

Am 6. Juni 2006 startet am Bonner Wall die erste von drei Tunnelbohrmaschinen, die die Tunnelröhren für die neue Nord-Süd Stadtbahn auffahren - damit beginnt die Kernbauphase für das U-Bahn-Projekt, das mit einer vier Kilometer langen neuen unterirdischen Trasse die Verkehrsverhältnisse in der südlichen Kölner Innenstadt wesentlich verbessern wird.

Durch die zeitgerechte Eröffnung der Verlängerung der Linie 1 und der neuen Verknüpfungshaltestelle Weiden West - mit Übergang zur Deutschen Bahn - am 1. Juni zeigt sich die Stadt Köln auf die Fußballweltmeisterschaft gut vorbereitet. Bei der KVB werden während der Weltmeisterschaft rund 1,5 Millionen zusätzliche Beförderungen gezählt.

Mit den Abschiedsfahrten des legendären „Achtachsers" geht am 22. Juli eine Ära zu Ende: Das Straßenbahnfahrzeug, das seit den sechziger Jahren in Köln die Hauptlast des Nahverkehrs getragen hat, wird außer Dienst gestellt.

15 neue Gelenkomnibusse werden im November in Betrieb genommen, nachdem bereits im Vorjahr 20 neue Gelenkomnibusse angeschafft worden sind.

2007
Mit hunderten Veranstaltungsorten avancierte der Deutsche Evangelische Kirchentag zur logistischen Herausforderung. Im Ergebnis konnte die KVB wieder ihre bereits durch Weltmeisterschaft und Weltjugendtag erprobte Leistungsfähigkeit bei Großveranstaltungen unter Beweis stellen.

Die Tunnelbohrarbeiten zum Bau der Nord-Süd Stadtbahn Köln wurden erfolgreich abgeschlossen. Rund acht Kilometer Tunnel wurden von den drei Schildvortriebsmaschinen Tosca, Rosa und Carmen aufgefahren.

Durch die Stadtentwässerungsbetriebe und die RheinEnergie AG wurde der Umbau des Höninger Wegs fertig gestellt. Im Oktober konnten bei einem Bürgerfest die Straße und die sechs Haltestellen der Linie 12 mit den neuen niveaugleichen Bahnsteigen freigegeben werden.

Das große Kundenbarometer bescheinigte der KVB eine deutliche Steigerung der Kundenzufriedenheit. Dennoch zeigten sich Kritikpunkte. Als eine Reaktion hierauf startete die KVB Ende des Jahres ihre „Sicherheits- und Sauberkeitsoffensive".

2008
Der Rat der Stadt Köln hat die KVB im Dezember 2005 auf Basis der vom EuGH aufgestellten Kriterien mit der Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen im Rahmen der Durchführung des ÖPNV betraut und diese Betrauung mit dem Ratsbeschluss vom 24. Juni 2008 bis Ende 2019 verlängert. Parallel zur Verlängerung der Betrauungsregelung hat sich die KVB verpflichtet, zur weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit ein zweites Restrukturierungsprogramm umzusetzen.

Der Deutsche Bundestag hat am 28. November 2008 unter Umsetzung der Empfehlungen des Finanzausschusses das Jahressteuergesetz 2009 verabschiedet. Mit diesem Gesetz wird der steuerliche Querverbund, der eine tragende Säule der kommunalen ÖPNV-Finanzierung in Deutschland darstellt, gesetzlich festgeschrieben.

Tunnelbauer in der DruckschleuseDie Arbeiten an der ersten Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn Köln vom Breslauer Platz unter der Altstadt hindurch bis zur Marktstraße gingen im Jahr 2008 weiter. Die im Vorjahr abgeschlossenen Tunnelbohrarbeiten wurden um die beiden rund 100 Meter langen Röhren unter der Philharmonie ergänzt, die in bergmännischer Bauweise im Druckluftvortrieb erstellt wurden. Daneben wurden die Rohbauwerke der künftigen Haltestellen weiter vorangetrieben. Teilweise konnten bereits Ein-/Ausgänge gebaut und mit der Oberflächenwiederherstellung begonnen werden.

2009
Ein tragisches Unglück ereignete sich am 3. März. In unmittelbarer Nähe zur Baustelle der Nord-Süd Stadtbahn am Waidmarkt stürzten das Historische Stadtarchiv sowie zwei angrenzende Gebäude in sich zusammen. Zwei junge Männer konnten nach tagelanger Suche unter den Trümmern nur noch tot geborgen werden.

Die Sanierung der rund 25 Jahre alten Bahnen der 2100er Serie hat begonnen. Bis 2016 sollen alle 28 Bahnen in der Hauptwerkstatt umgerüstet werden und dann dem gleichen Standard entsprechen wie die Fahrzeuge der 4500er und 5000er Serien. Weitere 30 Jahre sollen die sanierten Bahnen zuverlässig ihren Dienst tun.

Zur Verbesserung von Sicherheit und Service wendete die KVB 10,4 Millionen Euro auf. Diese Investitionen betrafen die Zugsicherungs- und Kommunikationsanlagen sowie Fahrgast-Informations-Systeme.

Am 11. September ging für die KVB das Zeitalter des Analogfunks zu Ende. Die bereits 2004 begonnene Einführung des Digitalfunks wurde abgeschlossen.

2010
Für den Bereich 14 - Fahrgastservice wurden am 29. April zehn neue Bahnbegleiter vorgestellt, acht weitere wurden bis Ende Juli eingestellt. Die zusätzlichen Service-Mitarbeiter sollen durch ihre Präsenz in den Fahrzeugen und an den Haltestellen das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern.

Im November 2010 fand die offizielle Einweihung der neuen Buswerkstatt auf dem Betriebshof Nord statt. Die neue „Werkstatt 2010" ist ausgestattet mit neuer Hebebühnentechnik und erlaubt effizienteres Arbeiten. Dabei gibt es mehr Stellplätze für Omnibusse, obwohl die Fläche von 9.000 auf 6.000 Quadratmeter reduziert wurde. Die Baukosten von 13,5 Millionen Euro wurden ausschließlich von der KVB getragen.

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember ging nach nur zehn Monaten Bauzeit die um 1,8 Kilometer bis in das Gewerbegebiet „Am Butzweilerhof" verlängerte Linie 5 mit drei neuen Haltestellen in Betrieb. Bundesweit war dies die erste ÖPNV-Infrastrukturmaßnahme, die teilweise aus privaten Mitteln finanziert wurde: Fünf Millionen zahlten die Unternehmer des Gewebegebietes.

Rekordergebnis: Mit 272,1 Millionen Fahrgästen fuhren circa 6,3 Millionen Menschen mehr mit der KVB als im Jahr zuvor, was einen Zuwachs um 2,3 Prozent bedeutet. Im Durchschnitt nutzte jeder Kölner 208 Mal Bus oder Bahn. Deutschlandweit stiegen die Kundenzahlen um 40 Millionen, der Anteil der KVB beträgt etwa 15 Prozent.

2011
Ein von der KVB beauftragtes Gutachten hat den Nutzen der Verkehrsleistung der KVB untersucht und dabei beeindruckende Ergebnisse herausgefunden. Für jeden Euro, der in den Betrieb der KVB fließt, entsteht in Köln und Umgebung ein Nutzen von mehr als fünf Euro - so das Ergebnis, das die INTRAPLAN Consult aus München in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Worms aus den Betriebsdaten für das Jahr 2010 analysiert hat. Die Untersuchung basiert auf einer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung empfohlenen Methodik.

U-Bahnhof Breslauer Platz eröffnetNord-Süd Stadtbahn: Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wurde die erste von acht Haltestellen der Nord-Süd Stadtbahn eröffnet: die Haltestelle Breslauer Platz. Modern und offen angelegt sind Transparenz und Überschaubarkeit die auffälligsten Merkmale der neuen U-Bahn-Station. Für die Kölner Bürger bedeutete die Inbetriebnahme, dass sie nach mehreren Jahren mit Beeinträchtigungen durch Baustellen und Umleitungen nun auch einen Nutzen haben.

Der berühmteste Fahrgast in diesem Jahr war sicher Bundespräsident Christian Wulff. Denn bei seinem Besuch in Köln Ende März fuhr das deutsche Staatsoberhaupt auch mit einem Bus der KVB. Grund seines Aufenthalts in Köln war die Gedenkfeier zum hundertsten Geburtstag der Widerstandskämpferin Freya von Moltke.

2011 war für die KVB ein überaus erfolgreiches Jahr: 274,4 Millionen Fahrgäste und damit zwei Millionen Menschen mehr als im Vorjahr fuhren mit den Bussen und Bahnen der KVB - ein erneuter Rekord. Insgesamt erzielte die KVB Umsatzerlöse von 225,7 Millionen Euro und damit fünf Prozent mehr als 2010.

Neue Busse auf dem Betriebshof Nord2012
Die KVB hat mit 15 Gelenkbussen ihre Fahrzeugflotte weiter modernisiert. Die neuen Busse können anderthalb mal so viele Fahrgäste wie die Vorgängermodelle befördern.

Im Stadtbahnbetrieb zeigt sich die Sanierung der 2100er Bahnen auf einem guten Weg: Mit dem Bau des Prototyps der 2400er Serie hat die Hauptwerkstatt die Grundlage für den Umbau der weiteren 27 Fahrzeuge geschaffen.

Nord-Süd Stadtbahn: Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurde die neue Haltestelle Rathaus, die zweite unterirdische Haltestelle der Nord-Süd Stadtbahn, in Betrieb genommen. Früh am Sonntagmorgen hielt dort die erste Stadtbahn, um dann in Richtung Dom/Hauptbahnhof weiterzufahren. Charakteristisch für die neue Haltestelle sind ihre nachtblauen Flächen und silberfarbenen Wand- und Deckenverkleidungen, die zusammen mit der Beleuchtung eine helle und freundliche Atmosphäre entstehen lassen.

Neuer U-Bahnhof Heumarkt2013
Die KVB hat das Audit "berufundfamilie" durchlaufen und wurde im Dezember 2012 für die kommenden drei Jahre zertifiziert. Damit ist die KVB eines der ersten zertifizierten Verkehrsunternehmen und zählt zu den 111 Arbeitgebern, die in diesem Jahrgang den kontinuierlichen Prozess der Vereinbarkeit von Beruf und Familie begonnen haben. Eine Re-Auditierung ist nach drei Jahren vorgesehen.

Social Media: Mit eigener Unternehmensseite startete die KVB im Oktober 2013 erfolgreich bei Facebook. Seither erfreut sich der Auftritt wachsender Beliebtheit. Bereits im ersten Monat wurde 4500 Mal auf den „Gefällt mir"-Button geklickt - Tendenz steigend.

Nord-Süd Stadtbahn: Nach knapp 10 Jahren Bauzeit wurde im Dezember 2013 die neue U-Bahnstation „Heumarkt" eröffnet. Am 15. Dezember 2013, um 5:11 Uhr, fuhr die erste Bahn der Linie 5 auf dem über 20 Meter tief in der Erde gelegenen Bahnsteig ein. Die vorläufige Endstation der Linie 5 schafft neue Verknüpfungspunkte im Kölner Liniennetz - von hier aus können die Fahrgäste in die Ost-West-Linien 1, 7 und 9 umsteigen.

Mehr Sicherheit: Wie bereits die Stadtbahnen wurden auch die Busse der KVB in diesem Jahr mit Kameras ausgestattet. Die Kameraüberwachung dient dem Schutz der Fahrgäste und Fahrer. Zusätzlich sollen die Kameras auch vor Vandalismus schützen.

Roll-out der 2400er2014
Im September 2014 ging die neue Leistelle der KVB auf dem Betriebshof West in der Scheidtweilerstraße in Betrieb. Nach einer Kernsanierung beherbergt das Gebäude –einst eine der modernsten Leitstellen Europas-nun wieder das Herzstück der KVB. Die neue Leistelle ist auf dem neuesten Stand der Technik und ermöglicht der KVB so wieder für viele Jahre den Betrieb der Busse und Bahnen in der Stadt.

Ebenso 2014 wurden auch die ersten Wagen der neuen Stadtbahn-Serie 2400 in den Liniendienst übernommen. Die Wagen der Serie 2100 werden in der Hauptwerkstatt in Weidenpesch komplett überarbeitet und mit neuer Technik, Innenausstattung und einem neuen „Gesicht“ wieder auf die Schiene gebracht.

Die KVB hat den Kauf von mindestens 20 neuen Stadtbahnen beschlossen. Die Bahnen werden gemeinsam mit der Rheinbahn in Düsseldorf beschafft, um durch die größere Anzahl finanzielle Vorteile für beide Unternehmen zu sichern.

Schlüsselübergabe: OB Reker und KVB-Vorstandsvorsitzender Fenske2015
Im Mai 2015 startete die KVB einen eigenen Fahrradverleih mit dem KVB-Rad. Bis zum Ende des Jahres waren 900 Räder ausgeliefert, die VRS-Abokunden pro Tag 30 Minuten kostenlos nutzen können. Das Bediengebiet umfasste alle linksrheinischen Stadtteile innerhalb des Militärrings sowie im Rechtsrheinischen Poll, Deutz, Kalk und Mülheim.

Im Dezember 2015 ging die Linie 17 und somit die im Zuge der Nord-Süd Stadtbahn Köln gebauten neuen unterirdischen Haltestellen Severinstraße, Kartäuserhof, Chlodwigplatz und Bonner Wall in Betrieb. Die Linie 17 dient bis zur Inbetriebnahme der gesamten Strecke insbesondere als Zubringerlinie zu den neuen Verknüpfungspunkten am Chlodwigplatz und an der Severinstraße.

Die ersten E-Busse wurden an die KVB geliefert. Der Bereich Bus der KVB bereitet die Busse –und die Werkstatt- für den Einsatz der E-Busse auf der Testlinie 136 ab dem Fahrplanwechsel 2016 vor.

Anlieferung der neuen KVB-Gleisbaumaschinen

2016
Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten veranstaltete die KVB im Mai 2016 wieder einen Tag der offenen Tür. Bei Leitstellenführungen, Fachausstellungen und einer großen Fahrzeugparade konnten die zahlreichen Gäste einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Neu im Fuhrpark der KVB sind seit Oktober 2016 drei Bahnbaumaschinen, die von den KVB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die Namen Claudia, Colonia und Agrippina getauft wurden. Zusätzlich zu den sogenannten Gleiskraftwagen hat die KVB zwei Niederfluranhänger, einen Schienenlangwagen, eine Schotterlore und einen Transportwagen für ein Hochdruck-Spül- und Vakuumsystem vom Bayrischen Hersteller Robel übernommen. Der Einsatz des neuen Transportsystems ermöglicht eine größere Flexibilität als die bisherige Bahnbauflotte. Die besonders umweltfreundlichen Dieselmotoren mit dem europäischen Standard Stage IV ermöglichen auch den Einsatz in der U-Bahn.

Im Dezember ging die erste komplette E-Buslinie Deutschlands auf der Linie 133 an den Start. Die Busse wurden von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek feierlich in Betrieb genommen. Nun können die Fahrgäste der KVB die Strecke zwischen Zollstock und Hauptbahnhof CO2-frei mit E-Gelenkbussen den Niederländischen Herstellers VDL zurücklegen.