KVB-Geschichte von 1950 bis 1984

1953
Im Gegensatz zum Stadion werden die Gleisanlagen um die Messe nicht wieder aufgebaut. Zu den Rheinhallen, später auch zu den neuen Hallen, führt eine neue Buslinie.
Aus dem Geschäftsbericht: "Auch im Berichtsjahr hat das allgemeine Verkehrsbedürfnis wieder stark zugenommen. Die KVB dürften zwar noch ihren Marktanteil wie im Vorjahr mit etwa zwei Drittel (!) der Verkehrsleistungen gehalten haben; es ist aber nicht zu übersehen, daß der Anteil des Individualverkehrs im weiteren Verlauf wie allenthalben auch in Köln überproportional steigt."

1954
Die Industrie in Braunsfeld bekommt eine Busanbindung.
Einführung einer Gemeinschafts-Buslinie mit der Wahner Straßenbahn vom Königsforst zum Flughafen mit Sondertarif.
Straßenbahnhof Süd wird in diesem Jahr auch Omnibusbetriebshof (Strab noch bis 1967).
Es werden wieder Kurzdienst-Schaffnerinnen eingestellt.

1955
Teilstrecken der Straßenbahn werden stillgelegt und durch Busse ersetzt: nach Mauenheim, Raderberg und zum Schlachthof (Escher Straße), die Siedlung Bilderstöckchen.
Die Gürtelstrecke von der Berrenrather bis zur Luxemburger Straße wird allerdings per Bahn verlängert.
Erstmals nach den stets "gehobenen" Netzkarten werden nun auch Linienkarten als sogenannte Sichtkarten angeboten. Eine Entwertung entfällt.
Erstmals Studentenschaffner.
Erste Betonschwelle, auf der Luxemburger Straße.
Erste Halbschranke, Hohensyburgstraße.
Erstes Stellwerk, Ebertplatz.
Die Köln-Frechen-Benzelrather Einsenbahn (KFBE) wird als Güterverkehrszweig der KVB angeschlossen.

1956
Vom 15. Februar bis 15. März legt eine Kälteperiode (zeitweise bis -20°) den Betrieb fast lahm. Nicht überall können Dieselloks helfen.
Der neue Busbetriebshof Nord an der Friedrich-Karl-Straße löst den alten an der Riehler Straße (gegenüber dem Zoo) ab, der noch aus der Pferdebahnzeit stammte und deren Hauptwerkstatt (bis 1923 auch noch für die Straßenbahn) beherbergte. Beim Flugtag mit 180.000 Besuchern auf dem Bickendorf/Butzweiler-Flugfeld und der Katholikentag mit 800.000 Teilnehmern an der Abschlußfeier auf dem Stadion-Nordfeld nördlich der Aachener Straße kann sich die KVB bewähren. Die Strecke Heidelberger Straße/Frankfurter Straße - Bhf. Mülheim wird stillgelegt.
So wie diese Linie wird auch die Vorortbahnlinie L auf Busbetrieb umgestellt und die Strecke Junkersdorf - Lövenich ebenfalls stillgelegt.
Die Bruder-Klaus-Siedlung wird an das Busnetz angeschlossen.
Die rechtsrheinische Busstadtrandlinie von Stammheim über Dünnwald, Dellbrück, Brück und Königsforst nach Rath (durch viel Grün und 16,7 km lang) wird in Betrieb genommen.
Busanbindung des Porzer Stadtteils Libur mit werktäglich fünf und sonntags drei Fahrten (Heute sind das 35 und 18 je Richtung).

1957
Die Linie G wird aus Bergisch Gladbach bis Gronau zurückgenommen.
Trotz der 176 neuen Wagen aus 1956 und 1957, darunter der erste Kölner Gelenkwagen "Sputnik", muss durch das Abstellen vieler alter Wagen der Fahrplan eingeschränkt werden.
Apropos Hauptverkehrszeit: Immer noch lag in den Spitzenzeiten der Wageneinsatz um 50 % höher als gegenüber dem Normalverkehr. (Heute sind es nur noch 17 %, weil der Normalverkehr verbessert und der extreme Spitzenverkehr abgeflacht werden konnte.)
Beim Fahrgastaufkommen machten sich allmählich die 5-Tage-Woche, der frühere Ladenschluss samstags und der Vormarsch des PKW bemerkbar.
Als Attraktion der Bundesgartenschau wird ein sogenannter Blumenzug (bei den Mitarbeitern "Kappeszog" genannt) eingesetzt. Das Personal ist als Gärtner und Gärtnerinnen gekleidet.
Der neue Tarif hat den enormen Vorteil, dass von den vorher 81(!) Fahrausweissorten nur noch 30 übrigbleiben. Der Vorort-Staffeltarif wird Einheitstarif und die Zeitkarten werden zu sogenannte Sichtkarten, anders ausgedrückt: Vorzeigekarten statt Entwertungskarten. Daneben gibt es eine morgens gesperrte Sammelkarte und eine morgens und nachmittags gesperrte Kurzstrecken-Sammelkarte, für die es weiterhin Teilstrecken geben muss.

1960
Die KVB wird Aktiengesellschaft. Anteilseigner sind die Stadt Köln und die Stadtwerke GmbH.

1961
In diesem Jahr sinkt der Personalbestand bedenklich. 1962 musste deshalb vom 20-Minuten- auf einen 24-Minuten-Plan umgestellt werden. Dank Personalwerbung (auch mit verstärktem Wohnungsangebot), sowie der 1964 begonnenen Fahrgastselbstbedienung kann 1965 der 15-Minuten-Plan angeboten werden. Schaffnerlose Beiwagen neue Fahrzeuge und weitere Verkaufsautomaten sind begleitende Maßnahmen.

1963
Grundsteinlegung für die Kölner U-Bahn.
Erster "Achtachser" ist im Einsatz.
Erster Einsatz von Beiwagen ohne Schaffner nur für Zeitkarten-Fahrgäste, die sogenannten Sichtkarten-Beiwagen.
Zu ersten Mal werden in Friedenszeiten Straßenbahnfahrerinnen eingestellt.
Die ersten mechanischen Fahrscheinautomaten werden aufgestellt.
Die Gürtelstrecke wird von Neuehrenfeld bis Longericher Straße/Geldernstraße/Parkgürtel verlängert.

1964
Neues Verwaltungsgebäude in Braunsfeld.
Fahrgast-Selbstbedienung: Entwertungsgeräte gibt es zunächst nur in schaffnerlosen Beiwagen.

1965
Der erste mobile Automat wird versuchsweise im Triebwagen der Linie 14, damals Sülz-Schlebusch eingesetzt.

1966
Neue Brücke über den Vingster Ring.
Die Linie 13 ist mit Achtachsern die erste Straßenbahnlinie im Einmannbetrieb.

1967
Inbetriebnahme der Ford-Strecke mit fünf Linien im Spitzenverkehr (außer E-Wagen). Selbst spät abends gibt es noch eine zusätzliche "Spitze". Heute fahren auf der Linie 12 Doppelzüge.
Neue Schleifen am Aachener Weiher (statt Brüsseler Straße) und in Zündorf.
Die Linie B wird zur 1 und die P zur 7.
Der Btf. Süd ist nach 66 Jahren nur noch Busbetriebshof.
Erstmals fährt eine Buslinie (39) über die Zoobrücke und das bis 1974. Seitdem sind alle Brücken frei von KVB-Buslinien (außer der zum Flughafen).

1968
Erste U-Bahn-Strecke: Friesenplatz - Dom/Hauptbahnhof in Betrieb genommen.
Schaffnerloser Betrieb; jedoch auf der Frechener Bahn erst 1969.
Neubaustrecke Margaretastraße - Ossendorf; Schleife an der Butzweilerstraße.

1969
Zweiter U-Bahn-Abschnitt in Betrieb genommen. Diese verläuft unterhalb des Appellhofplatz - der Krebsgasse - des Neumarkt - der Poststraße bis zur oberirdischen Haltestelle Barbarossaplatz. Damit ist nach 26 Jahren wieder eine der Hauptachsen des Bahnbetriebes hergestellt.
Die Gleisschleife zur Weidenpescher Rennbahn in der Rennbahn- und Scheibenstraße wird stillgelegt und der Betriebshof Weidenpesch geschlossen.
Kinder, Schüler, Lehrlinge und Studenten können bereits mit einem besonderen Tarif fahren. Nun gilt er auch für Senioren.
In Frechen wird die Linie F, das "Finchen", in die Linie 20 umbenannt.
Erster Probebau einer schotterlosen Strecke auf der U-Bahn-Rampe Perlengraben.
Einführung einer Busquerverbindung Merheim - Holweide und 1984 weiter bis nach Höhenhaus.
Der Friedhof Steinneuerhof wird an das Busnetz angebunden.
Die KVB übernimmt die Buslinie Rodenkirchen - Weiß - Sürth von der Firma Pütz in Sürth, die diese seit 1927 betrieben hatte.

1970
Inbetriebnahme des dritten U-Bahn-Abschnitts Poststraße - Severinstraße und Dom/Hbf - Breslauer Platz - Rampe Turiner Straße.
Es werden erste Gespräche zwischen KVB, KBE und Bundesbahn in Richtung Tarifgemeinschaft geführt. Zwei Monate später wird der Kreis erweitert und vom Regierungspräsidenten koordiniert und das Ziel, einen Verbund (der spätere Verkehrsverbund Rhein-Sieg) zu schaffen, angesteuert.

1971
Neue Bahnstrecke Longerich - Heimersdorf - Schleife am Stallagsweg.
Der 200. Achtachser macht sich auf zu seiner ersten Fahrt.

1972
In den Fahrzeugen wird der Verkauf von Mehrfahrtenkarten bei den Fahrern eingestellt. Das hat zwar einen Anstieg des Einzelfahrscheinverkaufs zur Folge, der aber wegen des runden Betrages von einer Mark damals gut abgefangen wird.
Zwei Jahre später verkaufen die Fahrer in den U-Bahnhöfen überhaupt keine Fahrausweise mehr und weitere vier Jahre später auch auf bestimmten oberirdischen Strecken an den sogenannten V-Haltestellen, an denen für den Vorverkauf Automaten aufgestellt werden.
Die zunehmende Zahl von Beschädigungen der Standgeräte führt letztlich aber dazu, dass 1989 alle Bahnen und Busse mit Automaten für Einzelfahrscheine und Tageskarten ausgerüstet sind. Damit gibt es nach 112 Jahren keinen Fahrausweisverkauf mehr durch Mitarbeiter in den Wagen.

1973
Der erste Stadtbahnwagen 2001 wird geliefert.
Die U-Bahn zum Zentrum Chorweiler wird in Betrieb genommen.
Wegen der Ölkrise gibt es erstmals Autofreie Sonntage. Für die KVB heißt das: beachtliche Betriebsverstärkungen.
Das Jahresabonnement für Zeitkarten wird eingeführt und ein Jahr lang verkauft. Es taucht erst 1987 im VRS wieder auf.

 

 

 

 

1974
Inbetriebnahme von 12,3 km der neuen U- und Hochbahnstrecken zum Anschluss des Kölner Nordens an die U-Bahn Innenstadt:
1. Turiner Straße - Ebertplatz - Neusser Straße mit 3,6 km und vier Haltestellen.
2. Hansaring - Ebertplatz - Zoo mit 2,8 km und drei Haltestellen.
3. Gürtelstrecke als Hochbahn von Nussbaumerstraße bis Anschluss Mülheimer Brücke (Köln-Riehl) mit 5,9 km und fünf Haltestellen.
Damit gibt es 20,4 km U- und Hochbahnstrecken mit 21 Stationen gegenüber den vormaligen 8,1 km U-Bahnstrecke mit neun Stationen.
Köln hat nun das längste U- und Hochbahnnetz unter den deutschen Städten, die nach dem 2. Weltkrieg mit dem Bau von U-Bahnen begonnen haben. Von der 42,6 km Gleislänge der U- und Hochbahn sind 13 km schotterloses Gleis.
Vom gleichen Tage ab werden in den U-Bahnhöfen keine Fahrscheine mehr durch den Fahrer verkauft.
Letzter Anderthalb-Decker-Bus im Einsatz.
Das Gewerbegebiet Robert-Perthel-Straße wird an das Busnetz angeschlossen.

1975
Durch verschiedene Eingemeindungen entfällt auf den Linien 7 (Porz-Zündorf), 26 (Weiß-Sürth), 51 (Weiden-Lövenich) 52 (Eil-Porz), 55 (Widdersdorf) sowie 60 und 62 (Porzer Stadtlinien) der Stadtgrenzen-Zuschlagtarif bei Fahrten von und nach Köln.
Neue, verlängerte und von der KBE übernommene Linien binden im Busbetrieb die eingemeindeten Orte an: Auweiler, Esch, Godorf, Hahnwald, Hochkirchen, Immendorf, Meschenich, Michaelshoven, Rondorf und Wesseling, hier nur bis zur Wiederausgemeindung 1976. Auf der Rheinuferbahn der KBE gilt der Kölner Stadttarif bis Godorf und solange es "Köln-Wesseling" hieß, bis Urfeld.
Der neue Bahnhof am Stadion wird in Betrieb genommen und der Betriebshof Porz nach 66 Jahren geschlossen.

1976
Der erste rechtsrheinische U-Bahnabschnitt in Höhenberg mit 650 m und dem Bahnhof Fuldaer Straße wird in Betrieb genommen.
Schon elf Jahre vor dem Verbund Rhein-Sieg schließen sich KVB, KBE, RSVG und die beiden Bonner Verkehrsbetriebe zur Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Rhein-Sieg zusammen; damals zunächst mit einem gemischten Einheits- und Zonentarif.

1977
Aufgrund des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer von 1976 setzt sich nun der KVB-Aufsichtsrat aus zehn Vertretern der Anteilseigner und zehn Arbeitnehmervertretern zusammen, unter ihnen drei von der Gewerkschaft ÖTV benannte Mitglieder und ein leitender Angestellter.

1978
Stadtbahnbetrieb der Linie 16 von Köln-Mülheim bis Bonn-Bad Godesberg.
Die ehemalige Rheinuferbahn wird jetzt gemeinschaftlich mit Kölner und Bonner Stadtbahnwagen betrieben.







 

 

 

 


1979
Die zentrale Leitstelle in Köln-Braunsfeld ist fertiggestellt. Von dem modernen Stellwerk aus werden die Bahnen in der U-Bahn überwacht.

 

 

1983
U-Bahn Deutz eröffnet.
Der erste Achtachser-Doppelzug fährt auf der Linie 9 im Probe-Einsatz.
Taxi-Bestellung beim KVB-Fahrer nach 20 Uhr zu bestimmten Haltestellen.

1984
Das erste Fahrgast-Center Neumarkt 25 löst den INFO-Bus auf dem Neumarkt nach fast vier Jahren ab.
Eine neue Messebahn löst nach 31 Jahren den Messebus ab. Von einem besonderen dritten Gleis an der Haltestelle Messe/Sporthalle fährt die neue "14" über Severinsbrücke - U-Neumarkt zum Dom/Hbf, je nach Bedeutung einer Veranstaltung alle 10, 15 oder 20 Minuten.
Nach 70 Jahren Einheitstarif geht Köln zum Zonentarif über.
Die Lindenthaler Busse 136 und 146 benutzen von der Brüsseler Straße über den Rudolfplatz zum Neumarkt in dieser Richtung die Gleisspur nach teilweiser Auspflasterung oder Asphaltierung mit.